
Keimzellenstadium (1. bis 2. Woche)
-Befruchtung - erste Zellteilungen - Einnistung d. Eizelle im Uterus
Embryonales Stadium (3. bis 8. Woche)
Entwicklung der wichtigsten Organsysteme
Fötales Stadium (9. bis 38. Woche)
Ausbildung von Gehirn und Skelett.
In dieser Phase sind wir noch keinen sozialen Interaktionen unterworfen.
Wir sind ganz eng mit unserer Körperlichkeit verwoben und mit dem Körper unserer Mutter.
Wir sind hauptsächlich mit der Konstruktion neuronaler Netzwerke beschäftigt, die sich
um die Angelegenheiten des Körperinneren kümmern.
Es entsteht eine Art "unbewusstes Selbst", das dadurch charakterisiert ist,
wie die unbewussten körperlichen Prozesse geartet sind. Die Hirnforscher haben Namen dafür:
"Protoselbst, gefühltes Kernselbst"(Damasio)...oder Körper-Selbst etc...
Im weitesten Sinne bezeichnen diese Begriffe das "Körpergefühl",
welches der Naehrboden zum späteren Aufbau eines "Ichs" wird.
Hier fließen aber auch die Erfahrungen der Mutter mit ein,mit welcher wir hier untrennbar verbunden sind.
Nicht nur die Nahrung, auch ihre Hormone etc. durchfließen uns und beeinflussen uns somit grundlegend.
Zu den frühesten Erlebnissen und Lernprozessen im Mutterleib,
kommen jetzt die Erfahrungen der frühen Kindheit
außerhalb des schützenden "Bauches".
Alle diese Erfahrungen und Eindrücke werden, da noch keine Sprachentwicklung
stattgefunden hat, auch nicht in Sätzen/Gedanken gespeichert, sondern werden zu
sogenanntem "impliziten Wissen". Diese wirken unbewusst weiter und färben
alle weiteren Erfahrungen ein. Dies geschieht unbewusst, da es noch keine ausgebildeten kognitiven
Strukturen gibt. Es entsteht eine erste "Wirklichkeit" durch die Art, wie das Kind
seine Umgebung erlebt und wie es von dieser gespiegelt wird.
In dieser sensiblen Phase beginnt in der Kultur leider allzuoft
die unglückliche Entwicklung, dass dem Kind sein intuitives Vertrauen in die
Weisheit des eigenen Körperempfindens genommen wird ...
Diese Lebensphase ist eine weitere heikle Phase der Entwicklung
und je bröckeliger, unsicherer das Fundament der bisherigen
Persönlichkeitsentwicklung war, desto schwieriger ist es, sie zu bewältigen
Bisher hatten alle "Schuld" daran die Hormone
Mittlerweile weiß mann, dass dies eine heftige Phase der Gehirnentwicklung ist, die
die Entwicklung zum selbständigen Erwachsenen erst möglich macht.
In dieser Zeit wird das Gehirn praktisch völlig umgebaut, es entsteht zu Beginn eine rasante
Zunahme von Synapsen und die Netzwerkverbindungen werden ab, auf und umgebaut.
Die, die nicht gebraucht werden werden erst gegen Ende der Phase abgebaut.
Am Ende der Entwicklung sollte ein verantwortungsbewusster, "sozial intelligenter" Erwachsener stehen.
Hier spielt sich also weit mehr ab, als ein bloßes "Aufwallen" von Sexualhormonen....
Man könnte meinen, und war auch lange der Meinung, dass der Mensch nun "fertig" sei.
Man ist eben so, wie man ist, da kann man nichts machen. Man lernt maximal neues "Wissen" hinzu aber
an der Persönlichkeit ändert sich nichts mehr ...
Das ist aber nicht wahr, denn wir und mit uns unser Gehirn, sind ein Leben lang wandlungsfähig,
sonst wäre auch Psychotherapie ein sinnloses Unterfangen.
Und gottseidank sind auch jene Schieflagen und Unfälle, die in den vorangegangenen Entwicklungsphasen passiert
sind prinzipiell korrigierbar. Manches schwieriger, manches leichter.
Aber auch der Mensch ohne Schieflage entwickelt sich beständig weiter und erweitert seine Fähigkeiten.....
Es braucht aber, vor allem je grundlegender eine Schieflage ist, natürlich dementsprechende Motivation
um uns "umzustrukturieren" und zu jenen Bereichen der persönlichen Entwicklung vorzudringen
an denen diese Störung stattgefunden hat.
Die stärksten Motivatoren sind tiefe Gefühle und tiefe Beziehungen.
Diese beiden Dinge sind die mächtigsten Werkzeuge der Psychotherapie
.... und beide sind ohne eine fundamentale Beteiligung des Körpers undenkbar.
Vor allem, wenn es darum geht, vorsprachliche Probleme zu lösen sind diese
am besten über körperliche Interventionen erreichbar ...