Nachdem die letzten Ausritte mit unserer Triumph Speedmaster in den Süden gingen, war diesemal der Norden angesagt, genauer gesagt unser nördlicher und westlicher Nachbar, Deutschland.
Wir begaben uns auf einen Ritt zum Besuch der Burgen und Schlösser in Sachsen, Thüringen und Bayern, ein Ritt, der 2500km lang werden sollte.
Nach unserer ersten Zwischenstation,

Prag

 

nahmen wir Kurs auf

Oybin

eine Gemeinde im Landkreis Görlitz/Sachsen, gelegen im 3-Ländereck Tschechien / Deutschland / Polen. Der Kurort ist nach dem Berg Oybin benannt und ist bekannt durch seine Burgruine aus dem 13.Jhdt. und das spätere Kloster, welches von Karl IV. aus dem Hause Limburg-Luxemburg gestiftet wurde. Diese eindrucksvollen Anlagen thronen atemberaubend über dem Ort auf dem Fels des Berges.

Klosterruine Oybin

Es ist aber nicht nur die Burganlage atemberaubend. Auch das Umland ist märchenhaft schön und birgt hinter jeder Ecke überraschende Sinneseindrücke.



Nach unserem viel zu kurzen Aufenthalt in Oybin, mussten wir das schwarze Pferd schon wieder satteln, um nach

Freiberg

aufzubrechen. Freiberg war uns ein besonderes Anliegen. Wir begaben uns auf die Spuren der Hebamme“ von Sabine Ebert“ und der bewegten Geschichte der Wettiner mit ihren zahlreichen Markgrafen von Meißen, Landgrafen von Thüringen, sowie Herzöge und Kurfürsten von Sachsen. Uns interessierte, wie das „Christiansdorf“ des Romanes aussieht und wollten den Flair der Geschichte atmen. Diesem hohen Anspruch konnte Freiberg leider nicht gerecht werden. Machte schon im Vorfeld der Reise das Freibergsche Tourismuszentrum einen unwilligen Eindruck und antwortete nur zögerlich oder überhaupt nicht auf mails, so war auch der Eindruck bzw. „flair“ des Silberstädtchens ein durchaus ausbaubarer.
Aber wir fanden zumindest den Ort, an dem der erste Silberfund stattgefunden haben soll und der „Christiansdorf“ unter Otto dem Reichen als Markgraf von Meissen zu einem unglaublichen Aufstieg verholfen hatte. Heute werden dort Kartoffel versilbert 🙂 .

Ok, Freiberg abhaken und weiter geht’s nach

NossenAltzella

ins Kloster Altzella, wo Otto der Reiche, Hedwig und die Söhne Albrecht und Dietrich ihre Grabgelege haben sollen.
War Freiberg eher ein „Flopp“ so war Altzella ein absolutes „must see“. Schon der Klostergarten mutet wie ein magischer Eintrittspunkt zu einer Zeitreise an. Aber seht selbst:

Auch die Grabgelege waren da, in der Stiftskapelle …
Das man Albrecht, den Stolzen an die Seite seiner Mutter Hedwig von Ballenstedt gelegt hat ist, wenn man nach dem Roman von Sabine Ebert geht, ein Affront. Das die Grabplatte kein Gesicht mehr zeigt, passt allerdings wieder dazu :-). Auch das Dietrich der Bedrängte ein Gesicht vorweisen kann ist somit stimmig 🙂 .
Nach dem genialen Aufenthalt in Nossen, fuhren wir weiter nach

Meißen

Über das dortige Porzellan sind ja schon genug Worte verloren worden. Unser Interesse galt ja auch mehr der Albrechtsburg

Albrechtsburg-2007

und dem Dom. Für das Erkunden von Meißen muss man gut zu Fuß sein, was vom hervorragenden Bier gut unterstützt wird.
Genialerweise konnten wir mit dem Motorrad auf den Burgberg fahren – bis vor den Dom. Super !

Auch „das Babe“ hat alles im Griff …

Bei unserer Suche nach der Stammburg von Dietrich dem Bedrängten in

Weißenfels

mussten wir leider feststellen, dass die Schweden im 30igjährigen Krieg nicht nur u.a. Dürnstein vernichtet haben, sondern auch Burg Weißenfels wurde gesprengt und es blieb nur ein winziges Mauerstück …

 

… wird dachten kurz eine Sprengung von IKEA an, blieben aber dann dabei unseren schon jahrelang andauernden Boykott aufrecht zu erhalten 😉

Unser nächstes Ziel lag noch immer in Sachsen. Es war

Freyburg an der Unstrut

bzw. die dortige Neuenburg aus dem Jahre 1090 eine der ältesten und bedeutendsten Burgen der Landgrafen von Thüringen. Im Grundriss ähnelt sie der Wartburg, die wir auch noch besuchen werden.


… Und zwar gleich als Nächste. Denn unsere Reise führt uns weiter nach

Eisenach

und somit nach Thüringen. Aber vor allem auf die geschichtsträchtigste Burg Deutschlands, die

Wartburg

Erstmal die Motorrad-Gepäck Hardcore – Sicherung anbringen:

… und dann ab auf den Berg, hinan zur Burg:

auf der u.a. der berühmte Sängerkrieg stattgefunden haben soll …

Auch der Rest der Geschichte diese Burg ist wohl bekannt, Martin Luther und seine Bibelübersetzung, der Besuch Goethes, das Wartburgfest der bürgerlich-demokratischen Studenten 1817 ….

Tja und dann kommt unser Hochzeitstag und den verbringen wir in einem RICHTIGEN SCHLOSS und zwar in

Schloss Landsberg in Meiningen

… dort bekommt auch unsere Triumph Gesellschaft.



Auf unserem Weg Richtung Pappenheim, verlassen wir Thüringen Richtung Bayern und nehmen in Pommersfelden auch noch das Schloß Weißenstein „mit“:

Schloß Weißenstein

Pappenheim

Tja und dann konnte Bettina endlich ihrem „Pappenheimer“ die Hand schütteln. Ein Begriff, von dem wir nun wissen, dass er falsch verwendet wird. Ursprünglich meint Schiller’s Wallenstein mit dem Begriff „Pappenheimer“ seine besonders treuen, verlässlichen Verbündeten.
Na bitte, es gibt ihn, den Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim

Na und wenn wir dann schon in Bayern sind …..

Wer Disneys Märchenschlösser kennt, der kennt es, auch wenn er es noch nie selbst gesehen hat. Wie aus dem Filmmärchen gerissen, thront das meistbesuchte Schloss Ludwigs des II. in Schwangau/Hohenschwangau:

Neuschwanstein

voilà:

Neuschwanstein Castle

Nicht nur der Bau, nein auch die Strapazen eines Besuchs dieses Irrsinnsschlosses grenzt an Wahnsinn – alles in allem
… na und Hohenschwangau – ah ned schlecht:



Einer der Schönsten Eindrücke war allerdings die längste Burg der Welt in

Burghausen

 

Das an der österreichischen Grenze gelegene Burghausen hat nicht nur eine wunderschöne Burg zu bieten, sondern ist auch sonst ein schönes, entspanntes, charmantes Städtchen…

Na und dann geht’s über Bad Schallerbach und die Ruinen Aggstein und Dürnstein (aarghh – vielleicht sollte man sich das mit IKEA und dem sprengen doch noch überlegen ;-)) ) … wieder nach Hause.

Eigentlich ist die Woche mit ihren 2500km wie im Fluge vergangen.
Ich vermute ein derartiger „Ausflug“ wird kein Einzelfall bleiben ….
🙂